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Wache Nord

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Lyrics

Im Norden von Fredersdorf, da ordnet man die Welt, in Schichten, die bestimmen, wer das Lenkrad heute hält. Andreas P. begann das Spiel mit ruppig-fester Hand, Florian M. hat's weitergeführt – und niemand hat's erkannt. Man pflegt hier gute Abläufe, sie sind perfekt justiert: Wer fahren will, darf fahren – wer denkt, wird aussortiert. Und wenn es nichts zu tun gibt, dann übt man still das Ziel, mit Blaulicht durch die Nacht zu fahr'n – ganz ohne Grund und Ziel. Und wenn die Sirene geht – sind alle schnell bereit, nicht für das, was kommt – mehr für die Fahrt im Kleid. Wenn die Sirene der Verzweiflung tönt, jemand in Not ruft und stöhnt, und die Wache Nord rückt an, fängt das Schauspiel richtig an. Blaulicht an, alle sehen hin, kurz vergessen, warum wir hier sind, und wenn irgendwo was wirklich brennt, ist man beschäftigt – im Moment. Beim Osterfeuer zeigt man, was man leisten kann: koordiniertes Auftreten im spontanen Gleichschritt dann. Die Menge sieht die Jacken, hört das Funkgerät ganz leis', und irgendwo dahinter fehlt ein kleines bisschen Fleiß. Ausbildung steht im Plan – doch eher optional, Praxis heißt hier meistens: Fahrersitz im Idealfall. Und Führung heißt ja manchmal auch, nichts unnötig zu riskier'n, zum Beispiel Verantwortung – die könnte irritier'n. Und wenn die Sirene geht – sind alle schnell bereit, nicht für das, was kommt – mehr für die Fahrt im Kleid. Wenn die Sirene der Verzweiflung tönt, jemand in Not ruft und stöhnt, und die Wache Nord rückt an, fängt das Schauspiel richtig an. Blaulicht an, alle sehen hin, kurz vergessen, warum wir hier sind, und wenn irgendwo was wirklich brennt, ist man beschäftigt – im Moment. Und Rubbel-Rubin hält Kurs mit angenehm viel Ruh', er lässt den Dingen ihren Lauf – und schaut gelassen zu. Denn manches regelt sich von selbst, wenn man es nur gewährt, und wer nichts aktiv verändert, hat auch nichts falsch erklärt. So bleibt hier alles wie es ist – erstaunlich stabil, ein System aus schönen Wegen und erstaunlich wenig Ziel. Und irgendwo dahinter, fast unsichtbar im Raum, liegt das, worum es gehen sollte – wie ein ferner, blasser Traum. Und falls hier jemand Ähnlichkeiten sieht, dann liegt das sicher nur am Lied. Denn alles hier ist rein fiktiv gedacht – mit großer Sorgfalt übertrieben und sehr bedacht. Wenn die Sirene der Verzweiflung tönt, jemand in Not ruft und stöhnt, und die Wache Nord rückt an, fängt das Schauspiel wieder an. Blaulicht an, alle sehen hin, kurz vergessen, warum wir hier sind, und wenn irgendwo was wirklich brennt, bleibt man beschäftigt – im Moment. Wenn die Sirene mal wieder geht, jeder es sieht und keiner versteht.